Anwendung des Monats Oktober 2005 - KDissert!
Bram Schoenmakers hat Thomas Nagy via Mail über KDissert befragt.

Thomas Nagy
Wieso hast Du mit der Entwicklung von KDissert begonnen?
Ich begann mit der Programmierung 2003 als ich noch Student war. Zu dieser Zeit arbeiteten wir an vielen Projekten und mussten dazu auch viele Berichte verfassen. Deshalb schaute ich mich nach einem Werkzeug um, dass meine Produktivität steigern konnte.
Die Textverarbeitungswerkzeuge oder das LaTeX-System sind hilfreich beim Erstellen des Dokumentes, jedoch nicht beim Erzeugen der Ideen. Auf der anderen Seite gibt es Mindmapping-Software (freemind, ...) die nützlich ist beim Sammeln und strukturieren der Ideen, doch macht sie es schwierig das endgültige Dokument zu erstellen.
Nach einigen Fehlschlägen schaffte ich es ein solides Rahmenwerk zu erstellen, auf dem basierend die heutige Software entstand. Es ist fähig beide Dinge für einen zu erledigen: Ein Dokument zu erstellen und Ideen zu verarbeiten.
Ist KDissert in der Lage Anwendungen wie KPresenter oder OpenOffice.org Impress komplett zu ersetzen?
Ganz und gar nicht. In Wirklichkeit ist KDissert das erste Element in einer Kette und füttert KPresenter oder OpenOffice.org Impress mit den erstellten Dokumenten. Meist brauchen die Dokumente noch etwas Feinschliff (Bildpositionierung, ...).
War KDissert die erste KDE Anwendung die das Scons/bksys-Buildsystem nutzte?
Ja, in der der Tat wurde das bksys-Buildsystem für KDissert erstellt. Es war erfolgreich und danach wollten andere KDE-Projekte das System nutzen.
Spielte KDissert eine wichtige Rolle im Übergang von den Autotools zu Scons/bksys?
Das tat es. Es war die erste Prüfung ob KDE Anwendungen ohne die Autotools für verschiedene Betriebssysteme erstellt und einfach installiert werden konnten.
Wie sieht die Zukunft aus für KDissert? Stimmt es das KDissert Teil von KOffice werden wird?
Es wird eine Menge an Veränderungen in der nahen Zukunft geben:
- Migration zu Qt4 (Antialias Shapes für die Kartenobjekte)
- Framework-Erweiterungen (map folding)
- Erstellen von Kernbibliotheken zum Erstellen von Dokumenten ohne die grafische Benutzeroberfläche
- Anpassbare Anhänge (Tabellen, Diagramme, ...)
Die Integration in KOffice ist eine interesante Frage die ich bis jetzt noch nicht entschieden habe. KOffice bietet einerseits interessante Dinge wie Echtzeitvorschau der erstellten Dokumente, doch andererseits vielleicht zuviele Funktionen.
Kannst Du abschätzen wie populär KDissert ist?
Ein kleine Gemeinschaft ist um KDissert herum entstanden. Es gibt ca. 90 Abonnenten der Mailingliste (http://mail.freehackers.org/wws/info/KDissert) und ich bekomme einiges an positiven Rückmeldungen von Studenten auf der ganzen Welt.
Wieviel Zeit verwendest Du für Deine Arbeit an KDE?
Rund eine Stunde pro Tag unter der Woche. Dies hängt von der Stimmung und vom Wetter ab. An Wochenende sind es einige mehr.
Gibt es Projekte jenseits von KDE an denen Du arbeitest?
Ja natürlich. Da gibt es propriätere Projekte bei der Arbeit die ich aber hier nicht beschreiben kann.
Welche Distribution nutzt Du und aus welchem Grund?
Ich nutze verschiedene Systeme im Moment. Darunter Fedora Core 4, OpenSuse und Kubuntu. Damit prüfe ich ob bksys funktioniert und KDissert kompiliert und richtig installiert. Hauptsächlich nutze ich OpenSuse da es eine saubere KDE+Qt Umgebung bietet. Debian ist da mühseliger, da die Bibliotheken von Qt und KDE (Binärdateien, Bibliotheken und Includes) über das komplette System verteilt liegen und es keine QTDIR oder KDEDIR-Variablen hat.
Thank you.
Thomas Nagy ist per E-Mail unter der Adresse tnagy256 (at) yahoo.fr zu erreichen. Das Interview zur Anwendung des Monats KDissert führte Bram Schoenmakers in englischer Sprache. Ins Deutsche übertragen von Mark Volkert.
Eine Kurzbeschreibung zu KDissert finden Sie an dieser Stelle.
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KDE für deutschsprachige Benutzer